Title: Geschichte der Heizung
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Das offene Feuer der Neandertaler

  Über Jahrtausende war das offene Lagerfeuer die vorherrschende Form der künstlichen Wärmegewinnung. In den Höhlen der Neandertaler bis spät ins Mittelalter, als die Lehmhäuser noch mit dem offenen Feuer beheizt wurden. Die eigentliche Feuerstelle war hierbei zumeist nur ein Loch in der Mitte des Raumes, das bestenfalls mit Steinen umrandet wurde.
Der Rauch wurde zumeist über das Dach abgeführt, verteilte sich aber wegen der offenen Konstruktion auch im ganzen Raum und entwich dort noch durch Türen, Fenster und Fugen.

Die Fussbodenheizung - Eine Erfindung der Römer

Schon die Römer, oder besser namentlich einer, nämlich Gaius Sergis Orata kam auf die Idee, Räume zu beheizen, ohne sich dem störenden Rauch auszusetzen. Die Idee war, ein Feuer unter dem Fussboden zu entfachen, um die Räume auf diese Weise zu erwärmen. Die Hypokausten-Heizung war erfunden.
Später noch wurde dieses System verfeinert, indem zusätzlich noch Tonröhren in die Wände eingelassen wurden, die die Wärme auch in obere Etagen transportierten.

Das 8. Jahrhundert - die Brandgefahr ist gebannt

Im 8. Jahrhundert fanden zunehmend Holsfussböden Einzug in die Häuser, was den Einsatz einer offenen Feuerstelle zunehmend schwieriger werden ließ, wollte man sich nicht einer ständigen Brandgefahr aussetzen. Um diese Gefahr zu bannen, wurde die Idee des Herdes geboren. Fortan konnte das Feuer in einem geschlossenen Behälter entfacht werden, der die Erwärmung des Raumes übernahm. Gleichzeitig und ohne es zu wissen wurde die Heizleistung deutlich erhöht, da die zumeist aus Eisen bestehenden Herde die Wärme über einen längeren Zeitraum speichern konnten.

Das 14. Jahrhundert - die Bayern kuscheln am Kachelofen

Erste Aufzeichnungen über Kachelöfen datieren in das 14. Jahrhundert und geben Aufschluss über die Verbreitung dieser "neuen" Art der Raumbeheizung, die vor allem im Alpenraum sehr weit verbreitet war.
Im Vergleich zu den damals immer noch gängigen Herden boten die Kachelöfen den Vorteil, dass die Ofenkacheln selbst nach Erlischen des Feuers noch sehr lange warm blieben und den Raum so weiter beheizten. Als Heizmaterial kam damals zunächst Holz, später Kohle oder Koks zum Einsatz.

Das 18. Jahrhundert - Alter Schwede erfindet die Zentralheizung

Das Jahr 1716 war ein gutes Jahr, jedoch zunächst einmal nur für die Pflanzenzüchter in England und deren Sprösslinge. Für die entwickelte nämlich der Schwede Marten Trifvald die älteste bekannte Warmwasser-Zentralheizung. Zur damaligen Zeit ein kostspieliges Vergnügen, auf dessen Geschmack und Idee, hiermit Villen und Schlösser zu beheizen nur die wohlhabenden Bürger Englands kamen. Für den Mann auf der Straße war die Zentralheizung jedoch lange Zeit unerschwinglich und hielt erst mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert Einzug in die burgeoisen Häuser und Wohnunge

Das 20. Jahrhundert - der Siegeszug der Brüder Buderus

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Heizungen etabliert und die Heiztechnik wurde weiterentwickelt und verfeinert. So durchdrangen erschwingliche Gas- und Ölkessel plötzlich den Markt und sorgten so für einen gewaltigen Nachfrageschub.
Angeführt wurden die Entwicklungen und der Vertrieb seinerzeit von den Gebrüdern Buderus, die im Jahre 1920 die erste Pumpen-Warmwasserheizung auf den Markt brachten. Der Weg für den Einzug der Etagenheizung in die Mietshäuser war geebnet.

Die Nachkriegszeit - Zentralheizungen für jedermann?

In der Nachkriegszeit waren nicht nur Materialien sondern auch das Geld knapp. Zentralheizungen standen daher auf der Prioritätenliste ganz unten. Das sollte sich bis in die 60er Jahre nicht ändern. Bis zu diesem Zeitpunkt verfügten gerade einmal 12 Prozent aller Haushalte über eine Zentralheizung.
Doch Besserung war in Sicht. In den 70er Jahren wurden viele Wohnungen umgerüstet und bei Neubauten gehörten Zentralheizungen bereits wieder zum Standard.
Die Ölkrise machte zum ersten Mal deutlich, dass fossile Rohstoffe nicht in unbegrenztem Maß zur Verfügung stehen. Das Thema Energiesparen war geboren und hat seine Bedeutung bis heute nicht verloren. Später kam zudem der Umweltschutz hinzu, der dazu beigetragen hat, die Energieeffizienz sukzessive zu steigern.

Heizkörper - die Form ist nicht nur Geschmacksache

Neue Heizungen erforderten neue Heizkörper. Während in Altbauten noch heute klobige Rippenheizkörper aus Gusseisen zu finden sind, kommen heute vermehrt Plattenheizkörper und Fußbodenheizungen zum Einsatz.
Hierbei tritt neben der Energieeffizienz zunehmend der Designanspruch in den Vordergrund. Heizungen werden mehr und mehr zum Raumobjekt.

Erdwärme-Heizung

Neben den herkömmlichen Öl- oder Gasheizungen werden Wärmepumpen immer beliebter. Wärmepumpen machen sich das Prinzip des Kühlschranks zunutze, jedoch in umgekehrter Funktionsweise. Der Kühlschrank entzieht dem Kühlraum die Wärme und gibt sie an die Umwelt ab. Die Wärmepumpe bezieht die Wärme aus der Umwelt, wandelt sie in nutzbare Wärme um und gibt Kälte wieder ab. Energielieferant ist hierbei die Sonne.

Die Zukunft - Solarheizung

Immer mehr rückt die Erkenntnis in das Bewußtsein der Menschen, dass die Zeit der fossilen Brennstoffe bald zu Ende sein wird. Kein Wunder also, dass man sich des ältesten Wärmelieferanten erinnert, den die Menschheit kennt. Die Sonne! Mithilfe von Sonnenkollektoren wird die Sonnen- in Wärmeenergie umgewandelt. Heute noch werden Solarheizungen jedoch zumeist in Verbindung mit einer herkömmlichen Zentralheizung verwendet, die sie mit der Sonnenenergie unterstützen. Damit lässt sich der Einsatz von Öl und Gas zwar reduzieren aber nicht eliminieren.


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